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SDSL PDF Drucken E-Mail

SDSL (Symmetric Digital Subscriber Line) ist eine DSL-Zugangstechnik zu einem öffentlichen digitalen Netzwerk wie beispielsweise dem Telefonnetz über eine Telefonleitung. Während für den Breitbandzugang von Privatkunden meist ADSL als Übertragungsverfahren benutzt wird, wird SDSL regelmäßig für Datenverbindungen von Geschäftskunden verwendet sowie zur Anbindung von Netzkomponenten der Netzbetreiber. Als Ausnahme bietet QSC mit dem Produkt Q-DSL home in Deutschland überregional SDSL-basierte Anschlüsse für Privatkunden an.

Die SDSL-Technik ist eine von Netzbetreibern für die hochbitratige leitungsgebundene Datenübertragung im Teilnehmeranschlussbereich konzipierte Weiterentwicklung der HDSL-Technik und diente ursprünglich in erster Linie der Anbindung von Netzkomponenten im Zugangsnetz und der Bereitstellung von Primärmultiplexanschlüssen des ISDN. Der Unterschied zu HDSL besteht in der fortgeschrittenen Modulationstechnik von SDSL. Bisher wird vorwiegend eine SDSL-Variante eingesetzt, die eine Kupfer-Doppelader nutzt mit einer max. Bitrate von 2,36 Mbit/s und einer Reichweite von bis zu 8 km. Varianten für zwei Doppeladern (Bonding) sind ebenfalls verfügbar und erreichen höhere Reichweiten.

Die Bezeichnung "symmetrisch" bezieht sich auf die Richtungsabhängigkeit der Datenrate: im Gegensatz zu ADSL unterstützt SDSL nur Betriebsarten, die in beide Richtungen mit derselben Datenrate arbeiten. ADSL arbeitet dagegen mit "asymmetrischen", das heißt richtungs-unterschiedlichen Datenraten zwischen Nutzer und Access-Point. Die Datenraten von SDSL sind in den aktuell verfügbaren Geräten ganzzahlige Vielfache von 64 kbit/s: von 192 kbit/s bis zu 2,304 Mbit/s.

SDSL ist hinsichtlich Übersprechen (crosstalk) kompatibel mit Diensten wie POTS, ISDN oder anderen DSL-Techniken. Doppeladern, über die SDSL übertragen wird, können im selben Kabelbündel geführt werden, nicht aber im selben Sternvierer, da diese Verseilungsart für SDSL nicht geeignet ist. Als Leitungscode wird Trellis Coded Pulse Amplitude Modulation (TC-PAM) verwendet.

SDSL unterstützt nicht die Splitter-Technologie, die ADSL nutzt. Bei ADSL können POTS- und ISDN-Dienst über eine Frequenzweiche (den "Splitter") ausgekoppelt werden, da ADSL nur im Frequenzbereich über den POTS und ISDN Diensten angesiedelt ist. Im Gegensatz dazu benötigt SDSL den gesamten Frequenzbereich - auch die bei ADSL für den Telefondienst reservierten dämpfungsarmen, reichweitenstarken unteren Frequenzen. Daher kann bei SDSL auf derselben Doppelader kein herkömmlicher Telefondienst übertragen werden; es handelt sich bei SDSL also um einen reinen Datenanschluss. Allerdings kann die SDSL-Bandbreite von mehreren gemultiplexten Kanälen gleichzeitig benutzt werden. Das können beispielsweise mehrere B-Kanäle für einen ISDN-Anschluss sein. Zudem kann Telefonie an SDSL-Anschlüssen über IP-Telefonie- und Next Generation Network-Architekturen bereitgestellt werden.

SDSL wurde nicht nur vom ETSI unter der Norm TS101524, sondern auch von der ITU unter der Norm G.991.2 standardisiert, allerdings unter dem Namen SHDSL: Single-Pair High-Speed Digital Subscriber Line (SHDSL). In der Regel handelt es sich bei den heute in Deutschland installierten SDSL-Anschlüssen um Anschlüsse nach dieser G.SHDSL-Norm.

 
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